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Eine Reise nach Georgien – ganz ohne Flug!

Am Montagmorgen gab es für die 4. Klässler im Schulhaus Grund eine Überraschung: Ein Tanzensemble aus Georgien würde nach der Pause zu Besuch kommen! Natürlich wollten die Schülerinnen und Schüler dann sofort wissen, wo Georgien liegt und wie diese Kinder leben. Somit wurde die erste Lektion kurzerhand in eine kleine Geografie- und Geschichtsstunde umgewandelt.
Der Unichor St. Gallen ermöglicht seinen Schülern jedes Jahr einen Austausch mit anderen Ensembles aus verschiedenen Ländern. Dieses Jahr gab es ein Treffen mit den „Samursakhanos“. Die Kinder und Jugendlichen dieser Gruppe kommen aus Gali, einer Stadt an der Waffenstillstandlinie zwischen Georgien und Abchasien. Mit Tanz und Gesang versuchen sie ihrem Alltag ein wenig zu entfliehen und ihre ständige Angst vor erneuten Kämpfen zu vergessen.
Die Spannung bis um 10.00 Uhr stieg: Wie viele Kinder würden kommen? Wie sehen sie aus? Was machen die bloss mit uns? Und, wie reden die überhaupt? Ob all diesen Fragen schien der Marmorkuchen von Frau Siegl, den sie für die Klasse und die Gäste gebacken hatte, eine gute Ablenkung zu sein.
Bei Pausenende versammelten sich alle Kinder und erwarteten mit wachsender Unruhe den Car. Und da kamen sie! 7 Jungs und zwei Mädchen stiegen aus. Auch ihnen war die Nervosität anzusehen. Da schien der Nieselregen gerade passend, der alle sofort unter das Vordach des Schulhauses rennen liess und somit die Spannung ein wenig aufhob. Nach einem kurzen Austausch mit dem Organisator gingen alle Kinder in die Unterkellerung um sich dort besser kennen zu lernen. Da die georgischen Kinder kein Englisch sprachen, übersetzte der Organisator, genauso wie Frau Siegl für ihre Schülerinnen und Schüler. Als Einstimmung sangen die 4. Klässler ein Willkommenslied für die Jungs und Mädchen. Dann stellten sie sich mit Namen vor und stellten der Gruppe ein Rätsel: Sie sollten die beiden Zwillingspaare herausfinden. Nach einigem Knobeln war es geschafft und das Staunen gross, dass es in einer Klasse zwei Zwillinge gab! Die 4. Klässler ihrerseits waren bass erstaunt, dass in der Schule der Georgier 600 Kinder ein- und aus gehen und dass die Primarschule von der 1. bis zur 10. Klasse geht und eigentlich schon Sekundarschule heisst.
Nach diesem Austausch war das Eis gebrochen. Das Ensemble führte der 4. Klasse einige beeindruckende Lieder und Tänze vor, die alle sofort mitrissen. Dann zählte es ernst: Die Klasse wurde aufgeteilt und von da an wurde getanzt und Musik gemacht, als ob die Kinder nie etwas anderes gemacht hätten. Trotz der Sprachbarriere gab es keine Komplikationen. Mit Händen und Füssen wurde verhandelt, es wurde vorgezeigt und nachgemacht, gespielt und gestaunt, gedreht und gehüpft, gesungen und vor allem viel gelacht. Am Ende der knapp zwei Stunden konnte die 4. Klasse stolz auf sich sein – hatte sie es doch geschafft, einen georgischen Tanz in so kurzer Zeit zu erlernen! Zum Schluss gab es noch ein gemeinsames Foto und den Kuchen als kleines Dankeschön für die georgischen Gäste.
Zu schnell war die Zeit verflogen, doch der Zauber der vergangenen zwei Stunden blieb sicher den einen oder anderen noch länger im Gedächtnis – sei es das Lied, welches sich wie ein Ohrwurm im Gehör festsetzte oder die hüpfenden Tanzschritte. Ein nicht alltäglicher Anlass war es ganz gewiss und vielleicht entdeckten die einen oder anderen ja ein heimliches Talent für Tanz oder Gesang?