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Wenn das Mammut Pilze sucht…

In den Mittelstufenklassen von Herrn Guyer und Frau Siegl ist nicht etwa das Mittelalter ausgebrochen, sondern das Mammut! Rund ums Thema Steinzeit wurde schon seit einiger Zeit fleissig geforscht, um den Neandertalern und ihren Lebensgewohnheiten auf die Schliche zu kommen.

Da es noch keine Zeitreisemaschine gibt, welche die Kinder in die damalige Zeit hätte transportieren können, lag es nahe, den Menschen aus der Steinzeit in einem Museum noch ein wenig besser auf die Schliche zu kommen. So fuhren 34 gutgelaunte Kinder am Freitagmorgen mit zwei ebenso motivierten Lehrpersonen per Bus und Zug nach Frauenfeld ins Naturhistorische Museum. Dem Wetter trotzten die Schülerinnen und Schüler mit bunten Regenschirmen, Gummistiefeln und wasserdichten Jacken - da hätten sicher auch die Steinzeitmenschen nicht nein dazu gesagt!

Es war eine kurzweilige und bisweilen rasante Anreise nach Frauenfeld. Dass 4 Minuten reichen können, um auf einen anderen Bahnhof zu gelangen und erst noch einzusteigen, wurde heute klar bewiesen! Vielleicht war ja auch ein Säbelzahntiger hinter den Kindern her, um ihnen Beine zu machen - oder waren es wohl doch die Lehrkräfte? :-) In Frauenfeld wurde eine kurze Pause eingelegt, bevor es dann schnurstracks ins Museum ging.

Dort trennte sich die Gruppe. Die einen zogen mit einem erfahrenen Führer los und besuchten die Ausstellung der Jungsteinzeit. Dort lernten sie, dass man zuerst ein Wildschwein erlegen sollte, um Fische zu fangen, weil die Zähne als Angelhaken dienten. Zudem erfuhren die Kinder, dass man damals Tongeschirr verwendete, dass Feuer machen ziemlich mühsam sein konnte (Gut, gibts heute Feuerzeuge!) und dass schon Steinzeitdamen Wert auf gutes Aussehen legten.

Zur gleichen Zeit machte sich die andere Gruppe auf in den vierten Stock, um die Sonderausstellung „Pilze“ zu besuchen. Dort gab es einen interessanten Film, der im Zeitraffer zeigte, wie schnell ein Pilz zerfällt, und wie sich das Pilzgeflecht im Boden ausbreitet. Eine Station rief angewiderte Blicke und Nasenrümpfen hervor, denn man konnte an verschiedenen Gläsern riechen. Der angenehmste und wohl auch bekannteste Geruch war derjenige des Champignons, aber was da sonst nach Aas oder sonstigem Zeugs roch, war wirklich ekelerregend! Der Name Stinkmorchel hat seinen absolut berechtigten Grund.

Viel Staunen erregte auch der Platz, welcher aufzeigte, wo sich Pilze im Alltag verstecken: Hefe im Kuchen, Hefe im Bier, Penicillin als Medikament, Schimmelpilz im Käse (geniessbar, aber gewöhnungsbedürftig für gewiss den einen oder die andere...), Schimmelpilz auf Käse (Hochgiftig! Weg damit!) Es war wirklich erstaunlich zu sehen, an wie vielen Orten Pilze vorkommen.

Mit Eindrücken vollgepackt und knurrenden Mägen verliessen die Jungs und Mädels das Museum. Den wohlverdienten Zmittag (nicht etwa Steinzeitbirchermüesli oder Wildschwein am Spiess, sondern den mitgebrachten Lunch) vertilgten dann alle in der überdachten Bahnstation von Frauenfeld. Den Rest der Mittagsrast verbrachten die Kinder mit Gummibärli verteilen, „15-14“- spielen, Tango tanzen und erholen.

Genauso reibungslos wie die Hinfahrt verlief auch die Rückreise. Wieder voll zurück in der Neuzeit, verabschiedeten sich am Nachmittag 34 Kinder von ihren Lehrkräften. Vielleicht hat aber doch der eine oder die andere einen verstohlenen Blick hinter ein Gebüsch geworfen und nach Pilzen oder schnarchenden Höhlenbären Ausschau gehalten.....

 

 

B. Siegl