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Schulreise zur Ruine Helfenberg – ein Tag, fast wie im Mittelalter

"Region St. Gallen, Schulhaus Grund: Die Schulreise findet statt." Unter der Nummer 1600 wurde die frohe Kunde, dass die Schulreise wie vorangekündigt durchgeführt wird, durchgegeben. Nachdem das Wetter letzte Woche gar nichts für wanderfreudige Schulklassen war, versprach der Wetterbericht nun beste Bedingungen. So versammelte sich am Montagmorgen die ganze Mittelstufe auf dem roten Platz. Ein proppenvoller Bus fuhr die aufgeregte Schar an den Bahnhof und gut gelaunt ging es gen Westen Richtung Zürch. In Wil hiess es rassig umsteigen, denn nur 4 min mussten reichen, um den nächsten Zug zu erwischen. Doch alle legten den Turbo ein und so klappte der Umstieg problemlos. Die anschliessende Reise bis nach Stutheien verlief ohne Vorkomnisse, sogar die Mütze, welche uns der Postichauffeur zusteckte, gehörte niemandem! Voller Elan marschierten alle zur ersten Pausenraststätte. Unter lauschigen Bäumen luden die Überreste der ehemaligen Römersiedlung Gross und Klein zum Verweilen und Znüniessen ein.

Nach der Stärkung wanderten alle los: Zuerst durch den nach Bärlauch duftenden Wald steil bergauf, dann auf der Strasse inmitten von blühendem Raps wieder hinunter. Anschliessend ging es weiter bis zur Ruine Helfenberg. Bei dieser imposanten Ruine liess es sich herrlich Mittagspause machen. Dank versierten Pfadfindern brannte das Feuer schon nach kurzer Zeit, doch obwohl es noch dauerte, bis die Glut perfekt zum Grillen war, konnte die hungrige Schar kaum warten und hielt mit Stecken ihre Würste an und in die Flammen. So wunderte sich nachher keiner, dass sämtliche Kinder wie frischgeräuchert rochen.

Nach der ausgedehnten Mittagsrast waren alle gestärkt für den letzten Teil der Wanderung. Die Rotmilane, welche am Himmel kreisten, beobachteten verwundert die lange Schlange und pfiffen laut. Was sie wohl damit sagen mochten? Der Rückweg führte uns auf sumpfigen Wegen durch dschungelähnlichen Wald. Wer aufmerksam lauschte konnte diverse Tierlaute aus dem Dickicht heraushören.

Die kurze Verschnaufpause bis das Postauto kam, nutzten die Kinder, um sich im Brunnen vor dem Bauernhof abzukühlen. Alle waren froh, als das Posti in Frauenfeld ankam, denn die Mitfahrenden drängten und die Hitze stieg mit jeder Minute. Das Frauenfelder Bähnli fuhr uns wieder nach Wil und noch einmal hiess es zackig umsteigen. Doch dann war es fast geschafft und nach einer kurzweiligen Fahrt im Zug fanden alle Platz im 7ner-Bus nach Abtwil. Während der Bus Richtung Schulhaus fuhr, rekapitulierten viele der Jungs und Mädchen nochmals ihre mutigen Heldentaten auf der Ruine – man konnte fast meinen, die Mittelstufe Grund hätte eine Reise ins Mittelalter gemacht.