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Klassenlager der 6. Klasse Grund in Engelberg – voller Überraschungen!

Montag, 23. Juni, 08.00 Uhr: 17 Kinder warteten gespannt auf dem roten Platz im Schulhaus Grund. Warum? Weil es endlich ins Klassenlager nach Engelberg ging! Gut gelaunt und noch besser mit Gepäck ausgerüstet fuhr die gesamte Schar nach St. Gallen. Von dort gings via Zürich und Luzern nach Engelberg. Nach der Ankunft am Engelberger Bahnhof wanderten alle zur Jugi. Flugs ging es ins Haus, die Betten wurden bezogen und dann wurde vor dem Haus bei Sonnenschein der mitgebrachte Lunch verspeist.

Um 14.00 Uhr ging es los mit dem OL. Also, eigentlich sollte es losgehen, denn das Wetter machte dem Vorhaben kurzfristig einen Strich durch die Rechnung. Es goss wie aus Kübeln und die, welche noch keine Jacke anhatten, spurteten ins Haus zurück, um diese zu holen. Doch kaum liess der Regen nach, marschierten die Schüler und Schülerinnen gestaffelt los, um das Dorf zu erkunden. Das Grollen des Donners begleitete die Jungs und Mädchen auf dem gesamten Weg, doch gab es im Dorf genügend Unterschlupf um dem Unwetter zu entfliehen. Am frühen Abend erreichten alle mehr oder weniger trockenen Fusses das Lagerhaus. Nach einer ausgiebigen heissen Dusche hiess es, den ersten Tagebucheintrag machen. Als dieser erledigt war, durften die Kinder spielen und bald darauf gab es Nachtessen. Anschliessend bereiteten einige Mädchen ihren organisierten Abend vor. Sie schnippelten Gurken, rührten Öl und Salz zusammen und mischten Joghurt mit Zitrone und Honig. Doch was zuerst wie ein Kochkurs aussah, entpuppte sich als Beautyabend! Jungs und Mädchen durften sich mit ihren Decken auf die Tische legen und wurden, im Hintergrund von Musik begleitet, mit Gurkenmaske und Peeling verwöhnt. Es schien, als hätten alle ihren Spass und zum Schluss sahen die einen oder anderen doch gerade um Jahre jünger aus. Bevor es dann zum Schlafen ging, übten die Kinder in Gruppen noch ein Tanz, den sie den anderen dann vorführten. Die Nachtruhe kehrte aber verständlicherweise nicht sofort ein, denn die Kinder mussten sich zuerst vergewissern, ob das Haus wirklich einen Blitzableiter habe und ob das Unwetter sicher nicht gefährlich sei, denn mittlerweile tobte draussen wieder ein wahres Gewitterspektakel. Doch irgendwann liessen sowohl das Donnergrollen, als auch das Gekicher aus den Zimmern nach und alles schlummerte friedlich bis zum nächsten Tag.

Der Dienstag begann wettertechnisch richtig düster. Wegen der Gewittergefahr fiel die grosse Wanderung ins Wasser – doch komischerweise waren die Kinder darüber nicht ganz unfroh. So ass man bei Nieselregen und dichtem Nebel gemütlich Frühstück und bereitete dann den Lunch vor. Bis um 10.00 Uhr durften alle spielen. Einige übten sich im Billard, zwei wagten eine Runde „SRF ABC-Spiel“ und wieder andere waren einfach ganz zufrieden am Plaudern. Um 10.30 machte sich der Trupp auf, um in der Schaukäserei zu beobachten, wie echter Engelberger Käse hergestellt wird. Um 12.30 kehrte die Schar zurück und ass ihren selbst zubereiteten Lunch in der Jugi, da das Wetter zu unwirtlich war, um draussen zu picknicken. Um 15.00 Uhr wurden die Mädchen und Jungs durch das Kloster geführt. Frau Miller erzählte viel Interessantes über die Geschichte des Klosters und dessen Insassen, z.B. dass das Kloster 1740 neu gebaut werden musste, weil es wegen eines Bubenstreiches niederbrannte. Oder dass heute nur noch 25 Mönche im Kloster leben. Schön und beeindruckend anzusehen waren auch die diversen Intarsien-verzierten Tische und anderen Gegenstände, welche von den Mönchen im Laufe der Zeit hergestellt wurden.

Nach fast 1.5 h war die Führung durch die öffentlichen Teile beendet und schon sehr hungrig kehrten die Kinder in die Jugi zurück. Nach dem Abendessen bereitete die zweite Gruppe ihren Theaterabend vor und um 19.45 Uhr wurde fleissig für den ersten Platz geübt. Die kleinen Aufführungen waren sehr unterhaltsam und so war der Abend im Nu vorbei. Um 22.00 Uhr hüpften alle brav in ihre Betten und schon kurze Zeit später war es mucksmäuschenstill…

Der Mittwoch präsentierte sich von der sonnigen Seite. Man sah sogar schon fast den Hausberg, der sich bislang hinter dem Nebel versteckt hatte. Mit dieser guten Aussicht machten sich die 6. Klässler nach dem Frühstück auf, um die Wanderung um den Trübsee zu absolvieren. Zu Beginn war es tatsächlich auch noch heiter und mild. Pflanzen, Salamander und die Posten des Knorrliweges zogen die Aufmerksamkeit auf sich. Doch nach der Hälfte des Weges, just zur Mittagsjause, zog der Nebel wieder hinauf und es fing an zu regnen. Da das Restaurant Alpstübli aber offen hatte, durften sich die Kinder dort mit einer heissen Kanne Lindenblüten-Zitronen-Tee aufwärmen. Endlich hörte es auf zu regnen und die zweite Hälfte des Weges ging fast von alleine.

Um 15.00 Uhr wurden die Kinder durch das Talmuseum geführt. Es gab allerhand spannende Dinge zu erfahren. Alle beeindruckte die Tatsache, dass in so einem kleinen Haus (die „gute“ Stube z.B. war damals ca. 2 x 3 m gross!) bis zu 20 Personen lebten. Oder dass es eine riesige Holzmaschine gab, die dazu diente, um Kartoffeln zu Vermicelles zu pressen, um diese danach für den Wintervorrat zu trocknen. Mit viel Wissen bereichert kehrte der Trupp um 16.30 Uhr wieder ins Lagerhaus zurück. Nach dem Nachtessen gab es ein Malwettbewerb, bei dem alle ihre Malkünste unter Beweis stellen konnten. Es mussten z.B. Zeppeline in Bleistiftform oder aus dem Flieger springende Zauberer gezeichnet werden. Die Zeichnungen gaben viele Fragen auf und ebenso viel Gelächter. Auch dieser Abend war um, ehe er begann und pünktlich zur Nachtruhe wickelten sich alle in ihre Bettdecken ein. Das hiess aber nicht, dass sofort geschlafen wurde, denn offenbar gab es doch noch wichtige Details zu besprechenJ.

Etwas müde die einen, etwas munterer die andern und alle glücklich über den Sieg der Schweiz gegen Honduras, erschienen die Kinder am Donnerstagmorgen zum Frühstück. Um 09.30 Uhr ging's zum Bahnhof. Von dort aus fuhr die Mann- und Frauschaft nach Hergiswil in die Glasi. Zuerst stand der Museums-Rundgang auf dem Programm, bei welchem man allerhand über die Entwicklung von Glas und dessen Herstellungsvorgang erfuhr. Danach konnte man den Glasbläsern bei der Arbeit zusehen. Fasziniert beobachten die Kinder, wie das gelblich schimmernde, zähflüssige Glas in Formen gegossen, geblasen und geformt wurde. Doch die Hitze trieb die alle bald weiter und nach einem kurzen Blick ins Glas-Archiv wagten sich die Mutigen noch ins Glas-Labyrinth. Es gab Gekreische, Gekicher und einige schreckhafte Momente, doch schienen die meisten ihren Spass zu haben. Um die Mittagszeit genossen die 6. Klässler bei wundervoller Seekulisse ihren Lunch und spielten danach friedlich im Glasi-Park bis Frau Siegl zum Rückmarsch blies. Um 16.10 kamen alle fröhlich, aber auch etwas müde wieder im Lagerhaus an. Bis zum Nachtessen vertrieben sich die Jungs und Mädchen die Zeit mit Spielen und Aufräumen.

Auch am letzten Abend war Theater angesagt, dennoch war der Feuereifer ungebrochen und die Aufführungen sorgten für viele Lacher. So endete der letzte Klassenlager-Abend sehr heiter und etwas aufgekratzt machte sich die Jungmannschaft bereit für die letzte Nacht in der Jugi.

Am Freitagmorgen wurde bald nach dem Frühstück die Zimmer geräumt und die Koffer gepackt. Um 10.30 Uhr marschierten die Kinder zum Bahnhof und stiegen dann in den Zug ein, der nach Luzern fuhr. Dort dauerte der Aufenthalt bis zum Eintreffen des nächsten Zuges gute 45 min, sodass genug Zeit blieb, den Lunch unter dem Bahnhofstor zu geniessen. Pünktlich transportierte der nächste Zug dann die Kinder bis nach Herisau, von wo es nur noch ein Katzensprung bis nach Abtwil war. Trotz Openair hatten alle genug Platz im Bus und nach und nach verliessen die Kinder mit ihren Koffern den Bus an den Stationen. So endete eine tolle, intensive und lustige Woche in Engelberg.